Angehörigen-Support in einer Patientenorganisation

In der Regionalstelle Bern von FRAGILE Suisse ist Silvia Luginbühl als Geschäftsleiterin tätig. Die Weiterbildung Angehörigen- und Freiwilligen-Support hat sich dem zunehmenden Beratungsbedarf entsprechend als sehr passend und hilfreich erwiesen.

Wie sieht Ihre Aufgabe im Bereich Angehörigen-Support aus?
Silvia Luginbühl: Neben der Geschäftsleitung besteht meine Hauptaufgabe bei FRAGILE Bern aus der Beratung von Betroffenen und Angehörigen. Von meinem 60%-Arbeitspensum macht Beratung ca. ein Drittel aus. Ca. die Hälfte der Beratungen wird von Angehörigen nachgefragt. Je nach Anfrage und Situation handelt es sich um Kurzberatungen oder sogenannte Dossierberatungen, bestehend aus einem oder mehreren telefonischen oder persönlichen Gesprächen, zusätzlichen Abklärungen usw. Die Nachfrage nach Beratung nimmt sowohl von Seiten der Betroffenen wie auch von Angehörigen stetig zu.

Welches Interesse hat FRAGILE Suisse, Angehörigen-Support zu fördern und die Aufgabe durch eine Person mit spezifischer Weiterbildung ausführen zu lassen?
FRAGILE Suisse, die Dachorganisation, hat ein grosses Interesse, dass die Beratung von Betroffenen und Angehörigen professionell durchgeführt wird. Diese wird durch die Helpline gewährleistet, die von je einer Fachperson mit grosser Erfahrung in der Deutschschweiz und der Romandie bedient wird. Zudem bieten auch einige regionale Vereinigungen professionelle Beratung vor Ort an, sowohl für Betroffene als auch für Angehörige.

Welche besonderen Entwicklungschancen im Bereich Angehörigen-Support haben sich seit Beginn Ihrer Ausbildung im vergangenen Jahr ergeben?
Die Entwicklungschancen sind theoretisch vorhanden, denn die Nachfrage nach Angehörigen-Support ist da. Ein Ausbau von Angehörigen-Support wird von FRAGILE Bern gewünscht, ist jedoch im Moment (noch) nicht möglich, weil die finanziellen Ressourcen dazu fehlen. Ein Gesuch von FRAGILE Bern an den Kanton Bern um finanzielle Unterstützung wurde abgelehnt. Eine Möglichkeit sähe ich persönlich darin, via die Académie FRAGILE Suisse, die Kurse für Betroffene, Angehörige und Fachpersonen in der ganzen Schweiz durchführt, ein Gruppenangebot für Angehörige von Menschen mit einer Hirnverletzung anzubieten. Dies gäbe mir neben meinem 60%-Pensum ein zusätzliches Betätigungsfeld und Standbein.

Welche Bedeutung hat der Besuch des DAS Angehörigen- und Freiwilligen-Support für Sie?
Einzelne Inhalte in der Weiterbildung sprechen mich ganz besonders an. So gilt z.B. mein spezielles Interesse im Moment der Logotherapie, und ich ziehe in Erwägung, mich auf diesem Gebiet noch zusätzlich weiterzubilden. Insgesamt ist die Weiterbildung Angehörigen- und Freiwilligen-Support für mich eine grosse Bereicherung. Ich fühle mich dadurch sicherer und befähigt, Angehörige noch professioneller zu unterstützen.