Kundenmagazin Präsenz

Liebe Leserin, lieber Leser

Am Fachbereich Wirtschaft eröffnen wir jeweils mit einem Weiterbildungstag das neue Studienjahr. Neben dem wichtigen und wertvollen informellen Austausch untereinander besuchten wir in diesem Jahr zwei Traditonsunternehmen im Emmental. Die Glas Trösch AG in Bützberg und die Hector Egger Holzbau AG in Langenthal. Glas Trösch hat mir einmal mehr eindrücklich aufgezeigt, was Schweizer Produktionsunternehmen erfolgreich macht: Es ist die Beherrschung von komplexen Herstellungsverfahren, in diesem Fall im Umgang mit Glas, und der dadurch realisierbaren hohen Wertschöpfung. Sie sichert den Bestand Schweizer Unternehmen im immer rauer wehenden Wind des internationalen Wettbewerbs. Dasselbe gilt auch für die Hector Egger Holzbau AG. Auf ihrer Website fallen unter der Rubrik «Über uns» drei Ps auf. Sie stehen für Profil, Philosophie und Passion. Die Hector Egger Holzbau AG stellt ihr Know-how (Profil) klar und unmissverständlich dar, spricht von «Qualität als ihr Weg des Denkens» (Philosophie) und von Aufmerksamkeit für ihre Kunden und deren Projekte (Passion). Dafür steht auch Michael Schär, der stellvertretende Geschäftsführer, der uns seine Firma näher vorgestellt hat. Ich bin weiterhin sehr zuversichtlich für den Werkplatz Schweiz. Vorausgesetzt, wir sind bereit, Exzellenz zu leisten.

Mit der vorliegenden Ausgabe stellen wir, mit Überzeugung und auch Stolz, unsere Leistungen in einem Panoptikum aus Statistik, Veranstaltungsrückblicken und Fachbeiträgen dar. Die Lehre ist und bleibt Kernauftrag an einer Fachhochschule. Forschung- und Dienstleistung und Weiterbildung sind jedoch vermehrt massgebend für die Profilbildung und stellen den Wissenstransfer sicher. Hier hat sich der Fachbereich in den vergangenen Jahren sehr erfreulich entwickelt; die Beiträge zum Erlös des Fachbereichs aus Weiterbildung sowie Forschung- und Dienstleistung sind bemerkenswert (S. 6) und Indiz dafür, dass wir auch das Richtige tun. An der Konferenz «Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt» (S. 8) trafen sich am 1. und 2. September Forschende und Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis, um sich intensiv zu diesem Themenkreis auszutauschen. Mit der international besetzten Konferenz, bereits die zweite in dieser Reihe, konnten wir eine Brücke zwischen aktueller Forschung und Praxis schlagen. Insbesondere die Policy Session mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Think Tank, Verbänden, Gewerkschaften und Politik fand ein äusserst interessiertes Publikum.

Im Fokusthema dieser Ausgabe greift Prof. Dr. Reinhard Riedl, Leiter des BFH-Zentrums Digital Society, in seinem Artikel «Elektronische Identität mit Staatsgarantie?» (S. 12) ein aktuelles politisches Thema auf. Der Vorentwurf eines Schweizer E-ID-Gesetzes wird heftig diskutiert, es droht die Gefahr der Verzögerung in der Umsetzung mit weitreichenden Folgen für unsere Wirtschaft. In seinem Artikel beleuchtet Reinhard Riedl verschiedene Facetten rund um die elektronische Identität, und schafft es, das Bewusstsein hierfür zu schaffen. Nach 28 Jahren Lehrtätigkeit tritt Prof. Urs Graf, notabene zudem seit 12 Jahren Gemeindepräsident von Interlaken, kürzer und beschränkt seine Lehrtätigkeit am Fachbereich Wirtschaft auf Einsätze in der Weiterbildung (S. 25). Für mich spannend: In seiner ihm eigenen erfrischenden Klarheit und Prägnanz spricht Urs Graf in einem Interview auch von drei Ps. Ausserordentlich viel Passion erkenne ich in dem, was er über sein Engagement in der Lehre darlegt. Die Praxisnähe sticht als zentraler Erfolgsgarant für Fachhochschulen heraus und zu guter Letzt gemahnt er uns, das Profil der Fachhochschulen zu schärfen, insbesondere zur Abgrenzung gegenüber den universitären Hochschulen. Lieber Urs, gerne nehmen wir deine Anregungen auf.

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich viel Vergnügen beim Lesen dieser Ausgabe.

Prof. Philipp Berchtold
Leiter Fachbereich Wirtschaft a.i.