Migration und familiale Pflege

Beschreibung und Konzeption

In der Schweiz, wie in anderen europäischen Ländern, wächst der Anteil der älteren Bevölkerung mit Migrationshintergrund stetig. Der weitaus grössere der Teil älteren Migrationsbevölkerung bleibt auch im Rentenalter in der Schweiz. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass ältere Migrantinnen und Migranten einen erschwerten Zugang zu Institutionen und Angeboten der Altershilfe und -pflege haben. Die Angebote sind ihnen meistens unbekannt. Sie sind als Nutzerinnen und Nutzer der verschiedenen Dienstleistungen wie z.B. der Spitexdienste oder Alters- und Pflegeheimen deutlich untervertreten.
Gleichzeitig kann mit einem erhöhten Pflegebedarf gerechnet werden. Die gesundheitliche Lage im Alter wird im Wesentlichen von lebenslaufbezogenen und aktuellen Belastungen und Ressourcen geprägt, aus «healthy migrants» werden oftmals «exhausted migrants». Die Unterstützungsangebote und konkreten Dienstleistungen sollten die spezifische Bedürfnisse, Belastungen und Ressourcen von älteren Migrantinnen und Migranten und ihren Angehörigen berücksichtigen. Fachpersonen benötigen migrationsspezifisches Hintergrundwissen sowie spezifische Instrumente und Ressourcen um transkulturell kompetent Support zu bieten. 

Ziele (zu erwerbende Kompetenzen)

Die Teilnehmenden: 

  • reflektieren und analysieren ihre transkulturellen Praxiserfahrungen mit Berufskolleginnen und -kollegen und formulieren Konsequenzen für ihre Arbeit in den jeweiligen Praxisfeldern;
  • kennen lebenslaufbezogene Belastungen und Ressourcen von älteren Migrantinnen und Migranten und ihren Angehörigen;
  • erkennen Herausforderungen für Institutionen und Fachpersonen in der Altershilfe und -pflege und erarbeiten Lösungsansätze für die Praxis;
  • erfassen und beurteilen spezifische lebensweltliche und gesundheitliche Situationen von älteren Migrantinnen und Migranten system- und handlungsorientiert;
  • können Angehörige sowie Freiwillige ressourcenorientiert begleiten und anleiten.

Inhalte

  • Rückblick: Transkulturelles Bildungstagebuch
  • Die Situation der älteren Migrationsbevölkerung in der Schweiz: facts and figures
  • Älter werden in der Migration
    Bleiben, pendeln, zurückkehren?
    Bedürfnisse und Ressourcen älterer Migrantinnen und Migranten
  • Pflegearrangements in transnationalen Lebenswelten
    Transkulturelle Öffnung von Institutionen und migrationsgerechte Dienstleistungen
  • Instrumente und Ressourcen: transkulturelles Assessment, migrationsspezifische Information und Vernetzung

Zielpublikum

Menschen, welche sich mit der Begleitung, Unterstützung und Schulung von Angehörigen und Freiwilligen beschäftigen. Angesprochen sind insbesondere Fachpersonen aus der Sozialen Arbeit, Sozialdiakonie, Pflege, Beratung.

Titel und Abschluss

Kursbestätigung

Dozierende

Anke Kayser, Ethnologin (M.A.) und diplomierte Physiotherapeutin, Ausbildnerin SVEB 1, www.transkultur.info, anke.kaysernoSpam@transkultur.info

Dieses Angebot ist ein Teil von

Leitung

Elsmarie Stricker
Institut Alter
elsmarie.strickernoSpam@bfh.ch
Tel. +41 31 848 36 73

Organisation

Isabelle Büchler, isabelle.buechlernoSpam@bfh.ch, Tel. +41 31 848 36 03

Kosten

CHF 340.-, Vergünstigungen siehe (PDF)

Durchführung/Kursdaten

18. Mai 2015, 8.45-16.45 Uhr

Ort der Veranstaltung

Berner Fachhochschule, Institut Alter, Schwarztorstrasse 48. 3007 Bern
Lageplan

Anmeldeschluss

4. 5. 2015

Anmeldung

Zum Anmeldeformular

Code

K-A-16