DAS Demenz und Lebensgestaltung
Interprofessionell, innovativ und ethisch denken und handeln

Beschreibung und Konzeption

In der Schweiz leben zurzeit rund 120‘000 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Etwa die Hälfte wird zu Hause, die andere Hälfte in Institutionen betreut. Von der Krankheit mitbetroffen sind über 300'000 Personen als betreuende Angehörige oder sonst nahestehende Bezugspersonen. Demenz in ihren unterschiedlichen Formen und Stadien ist eine Herausforderung für Betroffene und Angehörige, ebenso für behandelnde, betreuende und beratende Fachleute, aber auch für die Gesellschaft.

Der Studiengang vermittelt innovatives Fach- und Gestaltungswissen, das der aktuellen Forschung und Praxis entspricht. Ein interprofessioneller Ansatz verbindet medizinische, pflegerische, gerontologische, psychologische, sozialwissenschaftliche und gesellschaftliche Sichtweisen und schliesst die ethische Reflexion mit ein. Durch den mehrperspektivischen Ansatz unter dem Fokus der Lebensgestaltung werden Voraussetzungen für die Gestaltung einer optimalen Betreuungsqualität in einem konstruktiven Zusammenwirken der verschiedenen familiären, sozialräumlichen und institutionellen Bezugspersonen geschaffen.

Ziele (zu erwerbende Kompetenzen)

Der Studiengang befähigt Sie, sich gezielt und wirksam für die Gestaltung und Weiterentwicklung aller Aspekte der Lebensgestaltung im Kontext Demenz einzusetzen. Dadurch soll die Lebens- und Beziehungsqualität von Menschen mit Demenz, deren Angehörigen sowie den professionellen und freiwilligen Betreuungspersonen gefördert werden.
Sie können eigene Grundwerte und Grundhaltungen im Umgang mit Menschen mit Demenzerkrankungen selbstkritisch reflektieren und haben ihre Beziehungsgestaltung und Kommunikation in Richtung personenzentrierter, validierender Kompetenz weiterentwickelt.
Sie sind in der Lage, in einer Funktion und Rolle als Multiplikatorin resp. Multiplikator Entscheidungen, Gestaltungs-, Bildungs- oder Führungsmassnahmen fachlich und ethisch fundiert zu treffen und können mit dem beratenden, behandelnden und betreuenden Fachpersonal in einen konstruktiven ethischen Diskurs treten.
Die Weiterbildung ermöglicht Ihnen, Ihr bestehendes Berufsprofil sowie weitere Qualifikationen, beispielsweise in Führung, Beratung oder Bildung, themenspezifisch mit dem Fokus Demenz zu erweitern, vertiefen und weiterzuentwickeln.

Inhalte

Der Studiengang besteht aus zwei Modulen, welche sich je über ein Jahr erstrecken. Dabei baut das zweite Modul auf dem ersten auf. 

Die Inhalte der beiden Module sind gegliedert in die folgenden Themenbereiche:

Modul 1(26 Tage) 

  • Grundlagen zur Demenz
  • Grundlagen zum Konzept Lebensgestaltung
  • Informelles Unterstützungssystem (Caregiver)
  • Kommunikation/soziale Interaktion
  • Alltagsgestaltung und Betreuung
  • Umfeldgestaltung
  • Roter Faden: Ethik Teil I

Modul 2 (26 Tage) 

  • Vertiefungswissen zur Demenz
  • Leitlinien- und Konzeptarbeit
  • Führungsarbeit im Kontext Demenz
  • Soziales System
  • Kulturgestaltung in Institutionen
  • Rahmengestaltung und -bedingungen
  • Roter Faden: Ethik Teil II

NEU: Sie haben im ersten Modul die Möglichkeit, zwischen dem Standardprogramm und dem Programm mit der Fachvertiefung «Angehörige-Support» zu wählen. Dies wird insbesondere Teilnehmenden empfohlen, welche im Rahmen ihrer Aufgabe/Rolle auch Angehörige beraten und begleiten.

Zielpublikum

Die Weiterbildung richtet sich an Fachleute

  • mit qualifizierter Ausbildung im pflegerischen, sozialen, therapeutischen, medizinischen, psychologischen oder pädagogischen Bereich,
  • in Leitungs- und Spezialfunktionen (Heimleitungen, Pflegedienstleitungen, Stationsleitungen, Fachverantwortliche in SPITEX, Pflegeexperten, Bildungsverantwortliche, Leitende von Beratungsstellen u.a.m.),
  • die sich auf eine Funktion in Leitung, Bildung oder Forschung im Bereich Demenz vorbereiten möchten,
  • anderer Disziplinen, die sich Kompetenzen im Bereich Demenz aneignen wollen (Architektur, Ökonomie, Technik etc.).

Lern- und Arbeitsformen

Anwendungsorientiertes Kontaktstudium, Selbststudium, Praxisprojekte mit Dokumentation, Präsentationen, Lerngruppen sowie Ethikforen.
Wir fördern systematisch Ihre Selbstlernkompetenz und arbeiten mit Beispielen, Fällen und Situationen aus Ihrem Erfahrungsbereich.
Im DAS-Studiengang Demenz und Lebensgestaltung wird bewusst mit einer Heterogenität der Studierenden hinsichtlich ihrer beruflichen Herkunft gerechnet und gearbeitet. Sie bringen diese als Ressource in einen lebendigen interprofessionellen Austausch ein. 

Zulassung

Beachten Sie bitte unsere allgemeinen Zulassungsbedingungen

Qualifizierung und Kompetenznachweise

Die wichtigsten Kompetenznachweise sind:

  • vollständige Teilnahme an den Studientagen mit den damit verbundenen Voraus-, Umsetzungs- und Reflexionsaufgaben,
  • Teilnahme an Lerngruppen und Ethikforen,
  • schriftlich dokumentierte Praxisprojekte (Modul- und Diplomarbeit),
  • mündliche Präsentationen im Rahmen der Modul-Abschlusstage.

Titel und Abschluss

Diploma of Advanced Studies (DAS) der Berner Fachhochschule in Demenz und Lebensgestaltung (30 ECTS-Credits)

Aufbauend darauf kann ein Master of Advanced Studies (MAS) in Gerontologie mit Vertiefung in Demenz und Lebensgestaltung angestrebt werden.

Dozierende

  • Bachmann Andreas, Ethiker und Philosoph, Ethik im Diskurs GmbH
  • Becker Stefanie, Dr. phil., Dipl.-Psychologin, Dipl.-Gerontologin, Geschäftsleiterin Schweizerische Alzheimervereinigung
  • Bertschi Manuel, Dr. med., Oberarzt, Kantonsspital Aarau
  • Blaser Regula, Dr. phil., Psychologin, Berner Fachhochschule, Institut Alter
  • Bohn Felix, dipl. Architekt ETH, dipl. Ergotherapeut HF, zert. Gerontologe INAG, Fachberatung für altersgerechtes Bauen
  • Christen Bruno, dipl. Betriebsökonom HWV, dipl. Psychologe IAP, dipl. Supervisor IAP, AD HOC Organisationsberatung GmbH
  • Ehret Sonja, Dr. phil., Dipl.-Gerontologin, Institut für Gerontologie, Heidelberg
  • Held Christoph, Dr. med., Gerontopsychiater, Heimarzt, Stadtärztlicher Dienst Zürich
  • Kalbermatten Urs, Dr. phil. hist., Gerontologe
  • Kressig Reto W., Prof., Extraordinarius für Geriatrie an der Medizinischen Fakultät der Universität Basel sowie Chefarzt  und Bereichsleiter der Universitären Altersmedizin, Felix-Platter-Spital und Mitglied der Geschäftsleitung, Universitätsspital Basel
  • Kruse Andreas, Univ.-Prof., Dr. phil., Dr. h.c., Dipl. Psych., Institut für Gerontologie, Heidelberg
  • Lanz Müller Andrea, Fürsprecherin und Mediatorin SAV, dasadvokaturbüro
  • Leu Irene, dipl. Pflegefachfrau Psychiatrie, Ausbilderin mit eidg. Fachausweis, DCM Evaluatorin    Stiftung Basler Wirrgarten
  • Lutz Daniela, Dr. med., Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, eigene Praxis
  • Miauton Marc, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin und Geriatrie, eigene Praxis und Heimarzt
  • Koch Robert, med.pract., Leitender Arzt Psychiatrie für ältere Menschen, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Integrierte Psychiatrie Winterthur
  • Müller-Hergl Christian, Pflegewissenschaftler, Dialog- und Transferzentrum Demenz der Universität Witten-Herdecke
  • Neuhaus Ursa, Dipl. Pflegefachfrau, Pädagogin, Bildungsverantwortliche im Zentrum Schönberg, Bern
  • Ritschard Barbara, Psychologin lic.phil. I, Journalistin, Kommunikationsberaterin, Barbara Richard Kommunikation
  • Sax Anna, lic. oec. publ., Tradig GmbH
  • Scherer Edith, Angehörigenberaterin, Psychiatrische Klinik Wil
  • Schmid Christoph, lic. theol., dipl. Erwachsenenbildner, Gerontologe, MAS Palliative Care
  • Schneider-Schelte Helga, Diplom Sozialpädagogin (FH) und Familientherapeutin, Deutsche Alzheimer Gesellschaft Berlin
  • Wenz Michael, Dr. phil. Diplom-Psychologe und Psychotherapeut, Schön Klinik Bad Aibling Alzheimer Therapiezentrum Bad
  • Weyermann Daniel, Dr. med. Facharzt für Geriatrie, tilia Pflegezentrum Ittigen
  • Zingaro Marco, Fürsprecher, Dozent, Berner Fachhochschule, Fachbereich Soziale Arbeit
  • Dozierende aus dem CAS Angehörigen-Support (Programm mit Fachvertiefung Angehörigen-Support)

Änderungen vorbehalten

Studienleitung

Elsmarie Stricker, lic. phil. I, Studienleiterin und Dozentin
Institut Alter
elsmarie.strickernoSpam@bfh.ch
Telefon+41 31 848 36 73

Organisation

Isabelle Büchler, isabelle.buechlernoSpam@bfh.ch, Telefon +41 31 848 36 03 

Partner

Ein Angebot des Instituts Alter der Berner Fachhochschule in Zusammenarbeit mit der Stiftung Diaconis

Kosten

CHF 14 000.- (CHF 7 000.- pro Modul), Änderungen vorbehalten

Kosten für Studierende, welche nur den CAS-Studiengang besuchen: CHF 7500.-

Durchführung/Kursdaten

52 Studientage, November 2017 bis Oktober 2019
Erneute Durchführung im November 2018

ACHTUNG: Für Teilnehmende, welche die „Fachvertiefung Angehörige“ wählen, ist der Studienbeginn bereits im September 2017.

Ort der Veranstaltung

Berner Fachhochschule, Institut Alter, Schwarztorstrasse 48, 3007 Bern
Situationsplan

Anmeldung

Anmeldeformular (Programm mit Fachvertiefung Angehörigen-Support)

Anmeldeformular (Standardprogramm)

Anmeldeschluss:
15. August 2017 (Programm mit Fachvertiefung Angehörigen-Support)
15. Oktober 2017 (Standardprogramm)

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument): Diplom Ihres höchsten Abschlusses, tabellarischer Lebenslauf, Passfoto (im JPG-Format). Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie sie bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Haben Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Infoveranstaltung

Infoveranstaltung Master-, Diploma-, Zertifikats-Studiengänge des Instituts Alter (in Bern)

Unterlagen

DAS Demenz und Lebensgestaltung Infobroschüre 

Code

D-GER-3